Anfang Oktober 2026 war Dr. Estela Padilla, leitende theologische Beraterin der Asiatischen Bischofskonferenz und stimmberechtigtes Mitglied der Weltsynode in Rom, gemeinsam mit ihrem Team aus Manila zu Gast in der Erzdiözese Freiburg. Seit Jahren begleiten Estela Padilla, Ma. Alicia Gutierrez und Jessica Joy Candelario Bistümer in Asien und Europa dabei, neue partizipative Formen des Kirche-Seins zu entwickeln und umzusetzen. Während ihres einwöchigen Besuchs teilten die drei Frauen ihre Erfahrungen aus der weltkirchlichen Praxis mit rund 50 Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Bereichen der Erzdiözese.
„Synodalität ist ein Weg geistlicher Erneuerung und struktureller Reform, der die Kirche befähigt, partizipativer und missionarischer zu werden, so dass sie mit jedem Menschen unterwegs sein und das Licht Christi ausstrahlen kann.“ (Zitat aus der Weltsynode). Laut der Weltsynode bedeutet Synodalität vor allem: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung. Ziel der unterschiedlichen Veranstaltungsformate war es, dieses Verständnis mit den konkreten Herausforderungen kirchlicher Entwicklungs-, Leitungs- und Entscheidungsprozesse vor Ort zu verbinden. Dabei standen folgende Fragen im Mittelpunkt: Wie lässt sich das globale Verständnis von Synodalität in die Praxis vor Ort übertragen? Wie kann Synodalität im kirchlichen Alltag konkret werden? Und wie müssen Beratungs- und Entscheidungsprozesse gestaltet sein, damit unterschiedliche Stimmen Gehör finden und echte Partizipation möglich wird?
Erkundung einer synodalen Leitungs-, Beteiligungs- und Entscheidungskultur
Es wurde deutlich: Synodalität ist ein Weg, der bewusst gestaltet werden muss. Sie braucht geeignete Rahmenbedingungen, eine offene Haltung und Methoden, die es ermöglichen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und gemeinsam tragfähige Entscheidungen zu entwickeln. Mitarbeitende etwa aus der Kirchen- und Organisationsentwicklung sowie der Team- und Prozessbegleitung brachten ihre Erfahrungen ein. Gemeinsam reflektierten sie, wie Prozesse synodale Haltungen und Arbeitsweisen in Gemeinden und Pfarreien fördern – oder auch erschweren – können.
Die Teilnehmenden tauschten sich über bewährte Ansätze aus und entwickelten Ideen, wie sich synodale Prinzipien stärker in die weitere Prozessgestaltung und Kirchenentwicklung integrieren lassen. Ein Fokus lag auf der Frage, wie geteilte Leitung mehr Beteiligung ermöglichen kann, so dass unterschiedliche Kompetenzen und Sichtweisen in Entscheidungsprozesse einfließen.
Prozesse synodal weiterentwickeln
Der Erfahrungsaustausch mit den philippinischen Vertreterinnen der Weltsynode eröffnete neue Perspektiven für die Gestaltung synodaler Prozesse in der Erzdiözese Freiburg. Ziel war es, konkrete Impulse zu erhalten und praktische Umsetzungsschritte – etwa im Rahmen der Kirchenentwicklung 2030 – zu fördern.
Die Begegnungen machten deutlich: Synodalität entsteht dort, wo Menschen einander zuhören, Verantwortung teilen und ihre unterschiedlichen Gaben in die Gestaltung von Kirche einbringen. Sie ist kein Selbstläufer, sondern erfordert eine Haltung mit Offenheit, Reflexion und Mut, um neue Wege des Miteinanders zu erproben.
(bk)
